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Ich hatte im Urlaub einen Nagel im Reifen. Ein ortsansässiger Reifendienst hat Ihn geflickt. Was muss ich jetzt beachten?

Ein korrekt instandgesetzter Reifen hat gegenüber einem unbeschädigten Reifen keinen Nachteil.
Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Reparaturverfahren: Beim Ersten wird ein Gummipilz von innen nach aussen in die vorher behandelte Schadensstelle eingezogen. Dieses Verfahren ist bis 190km/h (Reifenspezifikation "T") geprüft. Beim zweiten Verfahren wird ein klebriger Gummistreifen von aussen in die vorher behandelte Schadensstelle eingeführt. Dieses Verfahren ist bis 210km/h (Reifenspezifikation "H") geprüft. Beide Reparaturmethoden können nur bei runden Fremdkörpern bis max. 6mm Durchmesser (Nägel, Schrauben,...) in der Lauffläche angewandt werden. Wenn eine Beschädigung am Reifenunterbau (Karkasse) wie z.B. durch Schnitte vorliegt, muss der Reifen ersetzt werden!


Kann ich meine Winterreifen das ganze Jahr fahren ?

Gemäß StVZO ist es erlaubt einen mit M+S-Kennung ausgelieferten Reifen das ganze Jahr über zu fahren. Von der technischen und wirtschaftlichen Seite ist dem jedoch abzuraten. Um bei kalter Fahrbahn (ab +7°C) eine optimale Bodenhaftung zu gewährleisten, ist die Gummimischung eines Winterreifens deutlich weicher als die eines Sommerreifens. Daraus resultiert bei höheren Temperaturen ein deutlich erhöhter Abrieb. Im Sommer kann der für niedrige Temperaturen ausgelegte Reifen auch bereits unter der angegebenen Maximalgeschwindigkeit irreparable Schäden, bis hin zum Reifenplatzer davontragen.
Ausnahme: Ganzjahresreifen (All-Weather, All-Season, ...): Die ebenfalls mit einer M+S-Kennung versehenen Reifen sind als Kompromiss anzusehen und weisen neben dem höheren Preis meist in einem oder mehreren Einsatzbereichen deutliche Schwächen gegenüber reinen Sommer-/Winterreifen auf. Der Ganzjahresreifen kann bei einer maximalen Jahreslaufleisung von 5000km ohne extreme Einsatzbedingungen jedoch eine durchaus interessante Alternative darstellen. Dies gilt auch besonders in Anbetracht der entfallenden Ummontagekosten zum jeweiligen Saisonbeginn.


Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen um eine Genehmigung für 100km/h im Anhängerbetrieb zu bekommen?

Grundsätzliches:

Das Zugfahrzeug muss über ABS verfügen.
Der Anhänger muss grundsätzlich gebremst sein (mit einer Ausnahme, s.u.) und über Stoßdämpfer verfügen.
Die Anhängerbereifung darf das Alter von 6 Jahren nicht überschreiten.
Die Anhängerbereifung muss mindestens bis 120km/h (L) zugelassen sein.
Traglast der Räder muss gleich / größer Traglast der Achse liegen.

Die Massen von Zugfahrzeug und Anhänger müssen in einem gewissen Verhältnis stehen:

Nutzanhänger: (z.B. Dein Autotransporter)
Die zulässige Gesamtmasse des Hängers muss kleiner / gleich 1,1 x Masse Zugfahrzeug (Leergewicht) sein.

Wohnanhänger:
Die zulässige Gesamtmasse des Hängers muss kleiner / gleich 0,8 x Masse Zugfahrzeug (Leergewicht) sein.

Keine Regel ohne Ausnahme:
Ausnahme bei Hänger ohne Bremse: 0,3 x Masse Zugfahrzeug (Leergewicht)

Die Gegebenheiten sind von einem Sachverständigen einer Prüforganisation (TÜV, DEKRA,...) zu Dokumentieren und ein
„Gutachten Gespann Tempo 100“ zu erstellen.
Die Sondereintragung wird dann von der Zulassungsstelle in den Papieren des Zugfahrzeugs vorgenommen. Am Anhänger ist daraufhin das Schild „100“ mit Dienstsiegel der Zulassungsbehörde anzubringen.


Wenn ich mein Fahrzeug abbremse, spüre ich ein pulsierendes Ruckeln am Lenkrad. Beim Bremsen aus höherem Tempo wackelt der ganze Wagen. Die Räder wurden bereits nachgewuchtet, doch das hat nichts bewirkt.

 Das Lenkrad flattert / die Bremse "rubbelt" bei Abbremsung.

Rückfrage 1 > flattert das Lenkrad analog zur Fahrtgeschwindigkeit statisch mehr / weniger?
(z.B. Bremsung bei 30 km/h = leichtes flattern, bei 100km/h = starkes Flattern, bei 150km/h = sehr starkes Flattern...)

Antwort zu 1 > bei dieser Art statischen Flatterns ist von einer Ungleichheit am rotierenden Teil der Bremse auszugehen.
Hier kommen sowohl ein Seitenschlag an der Bremsscheibe, als auch ein Schlag an der Nabe als Ursache in Frage.  Dieser Schlag verursacht noch kein Bremsenflattern, jedoch die daraus resultierenden "Auswaschungen" an der Bremsscheibe. Dieses Problem lässt sich durch Parallel-Abdrehen der Bremsscheiben in angebautem Zustand ausgleichen.

Rückfrage 2 > Flattert das Lenkrad dynamisch manchmal mehr und manchmal wenig? (z.B. starke Abbremsung aus höherer
Geschwindigkeit = kein flattern, leichtes Abbremsen aus niedrigen Geschwindigkeiten = leichtes, zeitweise verstärkendes Flattern)

Antwort zu 2 > bei diesem dynamischen Flattern liegt erhöhtes Spiel an dem ein oder anderen oder an mehreren Fahrwerkselementen vor.
Dies betrifft z.B. Radlager, Traggelenke, Querlenkerlager, Stabilisatorlager, sämtliche Gummilagerbuchsen oder auch wirkungsschwache Stoßdämpfer. Oft wirken hier mehrer Ursachen zusammen und eine Pauschalkur gibt es nicht.

Eine "Unwucht" an den Rädern ist die Bezeichnung für eine ungleiche Massenverteilung am drehenden Rad.
Dieser wird mit Ausgleichsgewichten an der Felge entgegengewirkt. Eine ungleiche Massenverteilung äussert sich bei Fahrgeschwindigkeiten zwischen 80 und 120km/h und verursacht ein Wackeln am Lenkrad / der Karosse OHNE daß die Bremse im Eingriff ist.


Muß ich grundsätzlich Winterreifen haben um im Winter zu fahren und wie ist das bei einer Fahrt in den Skiurlaub nach Österreich oder in die Schweiz?

In der Deutschen StVO (Straßenverkehrsordnung) finden wir hierzu in §2 Abs. 3a folgenden Text zu lesen:
 „Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage“

Das heisst: es gibt lt. Gesetzgeber keine Definition eines Winterreifens, sondern nur die Begrifflichkeit einer „geeigneten Bereifung“.
Es besteht somit keine ausdrückliche Verpflichtung Winterreifen zu montieren und sie müssen grundsätzlich keine Winterreifen haben um im Winter zu fahren. Der Bedarf richtet sich also nicht nach der Jahreszeit sondern ausschließlich nach den Fahrbahnverhältnissen.
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Für unser Nachbarland Österreich gilt hier Ähnliches.
Dort besteht eine sog. „situative Winterausrüstungs-Pflicht“
Vom 1. November bis 15. April dürfen Lenker eines Pkw mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 t bei Schnee, Eis und sonstigen winterlichen Bedingungen diesen nur dann bewegen, wenn an allen Rädern Winterreifen angebracht sind.

Winterreifen
Bei Schneefahrbahn, Schneematsch oder Eis müssen an allen Rädern Winterreifen angebracht sein. Autofahrer sollten regelmäßig die Wetterberichte verfolgen. Einfache Straßennässe beispielsweise kann bei Absinken der Temperatur zu Glatteis werden und dann gilt die Winterreifenpflicht
Kennzeichnung anerkannter Winterreifen in Österreich
Als Winterreifen werden gesetzlich solche anerkannt, die mit den Bezeichnungen 'M+S', 'M.S.' oder 'M & S' gekennzeichnet sind und mindestens 4 mm, bei Diagonalreifen 5 mm Profiltiefe aufweisen. Das gilt auch für so genannte Ganzjahresreifen, Allwetterreifen sowie Spikereifen.

Sommerreifen mit Schneeketten
Als Alternative zur Winterbereifung kann man in Österreich Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern montieren. Das ist allerdings nur erlaubt, wenn die Straße durchgängig oder fast durchgängig mit Schnee oder Eis bedeckt ist.
Die Ketten sind auf den Rädern der Antriebsachse zu montieren. Wer Sommerreifen am Auto hat, sollte bei längeren Fahrten auf jeden Fall Schneeketten im Kofferraum mitführen.
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Für die Schweiz besteht keine generelle Winterreifenpflicht, es ist aber dennoch grundsätzlich empfehlenswert Winterreifen zu nutzen.
Bei Verkehrsbehinderungen wegen Fahrens auf verschneiten Straßen mit ungeeigneter Bereifung können nach Schweizer Recht Geldbußen verhängt werden. Bei Unfällen mit Sommerreifen auf winterlichen Straßen kommt nach Schweizer Rechtsprechung eine erhebliche Mithaftung in Betracht. Die Verkehrssicherungspflicht bleibt hiervon unangetastet.

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Für Italien kann auf einzelnen Strecken zu bestimmten Zeiten und bei entsprechenden Winterverhältnissen kurzfristig die Benutzung von Winterreifen vorgeschrieben werden. Im Aostatal gilt vom 15.10. bis zum 15.04. des Folgejahres Winterreifenpflicht (alternativ können auch Schneeketten auf Sommerreifen aufgezogen werden).

 

Mir ist vor einer Woche das linke Abblendlicht ausgefallen und jetzt brennt das Rechte auch nicht mehr. Hängt das irgendwie zusammen?Halogenlampen der neueren Generation (z.B. H7) haben grundsätzlich annähernd eine identische Lebenserwartung und somit ist der zeitgleiche Ausfall ihrer Abblendlichtlampen logisch erklärbar. Daraus resultierend macht es durchaus Sinn bei Ausfall der ersten Lampe beide Leuchtmittel gleichzeitig zu ersetzen.

 

Wenn ich den Öleinfülldeckel abnehme befindet sich an diesem ein milchig brauner Schlamm. Ich hab mir sagen lassen, dass das nicht gut ist. Könnte dies das Kühlwasser sein, was bei mir gern mal verschwindet und nicht sagt wo's hingeht? Wenn ja, wie kommt es dahin und was kann ich dagegen tun?
 Der milchig braune Schaum / Schlamm entsteht bei der Vermengung von Motorenöl und Wasser bei einer Temperatur unter 100°C im geschlossenen Kurbelgehäuse. Dieses Wasser kann sowohl Kondenswasser aus dem Motorinnenraum sein (speziell bei Kurzstreckenfahrzeugen und überfälligem Ölwechsel) oder Kühlmittel (Kühlwasser), das über eine undichte Zylinderkopfdichtung / einen defekten Zylinderkopf / einer defekten Laufbuchse / etc. in den Schmierkreislauf eintritt.

Es empfiehlt sich hier zuerst einen chemischen Zylinderkopfdichtheitstest durchzuführen und wenn hier nichts feststellbar ist wäre eine gründliche Motorspülung mit anschließendem Motorölwechsel der nächste Schritt.
Bei sehr hartnäckigen Verschmutzungen / Verschlammungen im oberen Bereich der Zylinderköpfe kann es je nach Motorbauart auch Sinn machen die Ventildeckel abzubauen um die Nockenwellenräume so zu reinigen.

 

Ich hatte im Frühjahr an meinem Oldtimer einen undichten Kühler und habe dann nur reines Wasser in das Kühlsystem eingefüllt. Kann ich das so lassen, weil ich den Wagen im Winter ja eh nicht fahre?
Reines Wasser ist als Kühlmittel nur bedingt geeignet. Kühlmittelzusätze beinhalten neben dem vorwiegend bekannten Frostschutz auch Korrosions- und Überhitzungsschutzbestandteile, die das Kühlsystem schützen. Das Mischungsverhältnis zwischen Wasser und Kühlmittelzusatz darf den vom jeweiligen Hersteller angegebenen Wert nicht überschreiten, da der Kühlmittelzusatz im Vergleich zu Wasser nur eine verminderte Fähigkeit besitzt Wärme aufzunehmen / zu übertragen / abzugeben. Bei Einsatz von reinem ungemischtem Kühlmittelzusatz würde das System unweigerlich kollabieren.